mC: Tropfen des Glücks im See der Niederlage (puh…)

Hinterher Freude auf den Gesichtern der Fans der S80er, ehrlich. Trotz Niederlage. Das hatte einen Grund. Nich ganz so viel Text, dafür viele Bilder zur Erklärung… Gleich mal die Gameover-Karte zu Beginn:

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Wie auf dem Bild zu sehen, war das ein Tag der intensiven, gepflegten Ansprachen. Immer wieder ging Trainer Waldi auf seine Eleven ein, um sie zu präparieren und zu motivieren. Ob in Gruppen- oder in Einzelgeprächen, die #Canarios hatten das nötig. Eine Woche lang ohne Training (Feiertag, dann war auch noch die Halle unzugänglich), drei Wochen Spielpause (ich weiß nicht, ob C-Jugendliche schon so etwas wie Spielrhythmus entwickeln) und dann fehlten noch ein paar lange Kerls: Auf jeden Fall sahen die Ausgangsbedingungen so aus, als ob Reden nicht schaden könnte. Und es half.

 

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In der Ruhe liegt die Kraft. Oder: Manchmal reichen auch Blicke und einfache Gesten. Geht doch!

Nach der Auftaktniederlage gegen die einen Isar-Boys (Loisach) ging es nun gegen die anderen Isar-Cracks (Mitte). Die Mannschaft, die so noch nie zusammengepielt hatte, machte das eigentlich nicht schlecht, dennoch lag man relativ schnell 3:6 hinten. Immer wieder gelangen in der diesmal eisig-kalten Heimspielhalle der 80ger schöne Anspiele an den Kreis, der mit seiner rechten Geraden gnadenlos erfolgreich zum Abschluss kam und den Abstand zunächst nicht größer werden ließ. Teilweise unsichere Abwehrarbeit, ein paar Leichtsinnsfehler gepaart mit körperlicher Unterlegenheit führten jedoch dazu, dass der Gegner in der ersten Halbzeit auf und davon zog.

 

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Während sich Ersatzkapitän Vincent noch ganz verdutzt zwei gegnerischen Spielführern gegenüber sah (oben), machte sich unser Topscorer Finn (links im Bild) danach die Bahn immer wieder selbst frei (das zerquetschte gelb-grüne Ding ist übrigens der Ball – zu schnell für die Kamera). Am Rande, aber auch mal wichtig: Die Schiedsrichterin agierte nicht nur extrem sicher, unaufgeregt und kompetent, sondern zudem super freundlich. Schmelz.

Zur Pause stand ein rot leuchtendes 8:16 auf der digitalen Anzeigetafel. Innerlich (und damit auch auf der Platte) aufgeben? Irgendwie weitermachen und dann das ganze Restwochenende chillen? Von wegen. Mit einer ganz anderen Körpersprache kamen die S80er aus der Kabine, die Pause nebst Ansprache hatten gewirkt.

Schon gegen Ende der ersten Halbzeit war unser Kreisspiel durch konsequenteres Zupacken und Zustellen der Passwege erschwert worden, es mussten also andere Wege gefunden werden. Plötzlich spielte die gesamte Mannschaft viel mutiger, jeder Spieler ging noch energischer in die Zweikämpfe. Angeführt von unserem Rückraum links, der förmlich explodierte, wurden die nachlässiger agierenden Jungs der Spielgemeinschaft aus Neufahrn und Freising kalt erwischt. Tor um Tor arbeiteten wir uns heran, auch dank eines supereiskalten Spiels über Außen rechts (vier Wurf, vier Treffer, nicht nur der Gegner war ganz verwirrt). Zehn Minuten vor Schluss waren wir nur noch vier Tore zurück: Die Begeisterung auf den Rängen hinter den Netzen und auf den Bänken kannte kaum Grenzen. Und mal ehrlich: für solche Momente, an denen trotz hohen Rückstands wie aus dem Nichts eine Wendung zum Positiven zumindest aufscheint, wird der Handball doch geliebt. Die Freude in den Gesichtern der Spieler (und des Trainers) übertrug sich direkt auf die Zuschauer. Für mich sind das Spiele, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Dennoch kein klassisches Happy-End, denn am Ende konnte das Spiel nicht ganz gedreht werden. Immerhin gewannen wir die zweite Halbzeit mit 10:8, hatten also auch in der Defensive nun vieles richtig gemacht. Das nehmen wir mit!

Zum Abschluss ein Schnappschuss vom Spielbericht. Während unsere Mannschaft bis auf einen Spieler nur aus dem jüngeren Jahrgang bestand, waren es bei Isar-Mitte immerhin vier – diese vier 2002er erzielten aber 15 von 24 Treffern (bei uns war die Quote folglich etwas bescheidener). Ich sach mal so: Die Zukunft gehört uns. Glaub ich wirklich.